„Sauerkraut“, sagte Jerry.
„Choucroute garni“, berichtigte ihn der Magistrat. „Das ist etwas völlig anderes, als gewöhnliches Sauerkraut. Es ist eine Spezilität unseres Chefkochs. Es wird ihnen schmecken. Probieren Sie es mal zusammen mit dem Wein.“
Das ließ sich Jerry nicht zwei Mal sagen. Unter den wachen und beobachtenden Augen der Tischgesellschaft, tauchte er die Gabel in das helle Kraut, nahm es insgesamt hoch und schob es in den weit geöffneten Mund. Mit vollen Backen kauend griff er nach dem Glas und kippte vom Rotwein einen guten Schluck hinterher.
Dann wurde sich Jerry der auf ihn gerichteten Blicke plötzlich bewusst und hielt im Kauen und Bewegung inne. Wieder zuckten schnell Blicken und Augen zwischen Victor, Jerry und Roswitha hin und her. Es schien schon fast einer kleinen Verschwörung gleich am Tisch. Sie verstanden sich mit einem Mal wortlos und noch bevor irgendeiner der Gäste ein Wort des Protests äußern konnte, tauchte auch Roswitha ihre Gabel tief ins Sauerkraut. Und genauso wie Jerry es getan hatte, schickte sie mampfend einen Schluck Rotwein hinterher.
„Na, Jerry, was meinst du? Hat der Magistrat recht?“, fragte Victor während er sich mit vornehm geführtem Besteck, nur eine kleine Portion auf die Gabel schob. Es sollte die anderen Gäste davon abhalten in irgendeiner Form daran zu zweifeln, dass am Tisch alles mit rechten Dingen zuging.
Jerry nickt, grunzte und schluckte. Mit noch immer mehr als gut gefülltem Mund antwortet er: „Ja, der Mann hat Recht.“
Victor feierte den Moment in dem Jerry das erste Mal mit voller Überzeugung und Freude laut am Tisch gesprochen hatte. Na, wer hätte das gedacht, dachte sich Victor, anscheinend ist Jerry dem Sauerkraut gar nicht so überdrüssig, wie ich es bin. Hätte er das bloß schon vorher gewusst.
„Das schmeckt echt gut“, frohlockte Jerry weiter in Richtung des Magistrats. Kleine Stückchen in rosa gefärbtes Kraut flogen quer über den Tisch und landeten wie kleine Sprenkel auf dem weißen Tischtuch. Victor konnte nur hoffen, dass dem Gastgeber das immer noch präsente, teuflische Funkeln in seinen Augen nicht auffiel.
Etwas perplex wirkend rückte sich der Magistrat den Stuhl zurecht – bisher hatte noch niemand außer Jerry, Victor und seiner Frau angefangen zu essen. Die war es nun, die ihren Ehemann mit vollen Backen kauend dazu animierte sich selbst von der Kunst der Köche und Winzer zu überzeugen.
Zögerlich fingerte der Magistrat an Messer und Gabel, nahm sie dann aber hoch und schob sie unter das Kraut, das auf seinem Teller reichlich angerichtet worden war. Sich der eigenen Verlegenheit bewusst, machte er aber Roswitha und Jerry nach – kauend, schmatzend, schluckend.
Victor blieb dabei, nur kleine Bissen zu sich zu nehmen und am Wein auch nur zu nippen. Einige der anderen Gäste verhielten sich ähnlich, sie schienen eher zurückhaltend und etwas peinlich berührt von der ganzen Situation sich an die ihnen geläufigen Eigenarten und Manieren zu halten. Victor kam aber nicht umhin, dass ein paar von ihnen aber eher interessiert waren, sich die Reaktionen, das Schmunzeln und die Belustigung ihrer Gastgeber ansahen und sich eher daran orientieren. Freilich nahm nicht gleich jeder von ihnen die Gabel als Schaufel und schob direkt die ganze Portion in den Mund. Aber sie schienen Gefallen daran zu haben, kleine Experiemente einzugehen.
Da sich der Magistrat seiner Rolle als Gastgeber höchst bewusst war und erkannte, dass bei dem gesteigerten Konsum auch die Füllstände der sich auf dem Tisch befindlichen Gläser weiter abnahmen gab er über die Schulter eine Order weiter. „Mehr Wein“ schmatzte er – was auch sofort Jerrys Zustimmung fand, denn er hielt sein mittlerweile leergetrunkenes Glas in die Höhe.
Eilig waren zwei Diener zur Stelle und schenkten Rotwein aus, darauf bedacht ihren Herrn nicht zu verärgern.
Zufrieden mit dem Füllstand des Glases, sah sich Jerry in der Runde um. Victor konnte den Jagdinstinkt gut erkennen.
„Isst du das noch?“, fragte Jerry seine Sitznachbarin und zeigte mit dem nackten Finger auf das Sauerkraut, von dem die Dame bisher nur sehr wenig angerührt hatte.
Die Dame, ältlich, zierlich und überaus vornehm. Rümpfte etwas verschreckt die Nase. Sie wich vor Jerry zurück – der ignorierte aber ihre Angst und war schon fast dabei mit seine Gabel nach ihrem Teller zu angeln.
„Jerry“, raunte Victor und hätte seinen Schützling gerne unter dem Tisch gegen das Schienbein getreten. Leider war die Tafel aber so breit, dass es keine Chance gab, Jerry auch nur mit ausgestreckten Beinen und Zehen zu berühren, ohne mit dem Torso ebenfalls unter der Tischplatte zu verschwinden.
Jerry ließ von dem Sauerkraut der Dame ab. Victor schien, als fühlte sich eine Schützling ertappt. Vielleicht war es ein Zeichen, dass Jerry doch wesentlich mehr von Victors Unterricht mitgenommen hatte und sich an diesem Abend nur dazu entschieden hatte, den ohne Manieren speisenden Grobian zu spielen.
Roswitha hatte aber den Ernst der Lage erkannt und wandte sich nun ihrerseits zur Dienerschaft um. „Mehr Sauerkraut!“, lautete ihr Befehl. Und nur wenige Sekunden später, als hätten die Diener und die Köche es kommen sehen, wurde eine große Terrine mit dampfendem Kraut hereingetragen und in der Tischmitte vor Jerry platziert.
Wie ein Tiger kam er hervorgeschnellt. Einem Jäger der mit der Waffe in der Hand seiner Beute aufgelauert hatte. Mit einem Sprung zur Stelle, um sich das Angebot auf keinen Fall entgehen zu lassen. Er ignorierte, dass einer der Diener noch dabei war, einen Servierlöffel ins Kraut zu stecken und stach abermals mit der Gabel tief hinein, um einen Berg Kraut herauszuheben. Wenigsten, fand Victor, hatte Jerry genügend Anstand, um nicht alles direkt in den Rachen zu schieben. Er ließ das Sauerkraut platschend auf seinen Teller fallen, wo es den Braten und alle anderen Zutaten unter sich begrub.
Victor wusste gar nicht, wie ihm geschah, denn als nächste langten der Magistrat und der Miederwarenfabrikant mit ihren Gabeln und Tellern über den Tisch, um sich wie Jerry zu bedienen.
Zwischen Magistrat und Miederwarenfabrikant entbrannte sofort ein Streit darüber, wem der Großteil des von Jerry übriggelassen Topfinhalts den nun zustünde. Anders, als Victor es von den beiden erwartet hätte, trugen sie den Streit nicht zivilisiert und mit der dem jeweiligen Stand angemessenen Würde aus, nein, die Kommunikation erfolgte ausschließlich durch böse Blicke, Zähnefletschen, Knurren und Drohgebärden mit den fest umklammerten Gabeln. Den Konflikt der beiden Kontrahenten nutzte Jerry, um sich nochmals etwas mehr Sauerkraut auf den Teller zu heben, wurde dann aber von Roswitha und einer anderen Dame, die sich das Gebaren der Männer abgeschaut hatte in die Zange genommen.
Die Kämpfe um das Essen eskalierten immer mehr. Von dem sittlichen Anfang in gediegener Atmosphäre war kaum noch etwas zu erkennen: Die Gäste hatten sich entweder in wilde Bestien verwandelt oder sich ängstlich zitternd in die hintersten Ecken des Speisesaals zurückgezogen.
Auch Victor überlegte, ob es nicht vielleicht sicherer sei, sich mit den eher ängstlichen Gästen in eine der Ecken zu verziehen. Er selbst wusste, dass er vor Jerry keinerlei Angst haben musste – er wollte aber auch nicht von den umherfliegenden Speisen und Getränken getroffen werden. Er wusste, wie schwer sich Flecken aus seinem Anzug entfernen ließen und wollte nach Möglichkeit darauf verzichten, ihn alsbald reinigen zu müssen – nicht zuletzt, da die Reinigung wohl darauf hinauslaufen könnte, dass er gezwungen wäre einen neuen Anzug anzuschaffen. Der Stoff seiner Kleidung war nämlich schon so alt und durchgeschlissen, dass jede Beanspruchung, auch zur Reinigung, nur die Weiterverarbeitung zum Putzlumpen zur Folge hatte. Dann hätte er gar keinen Anzug mehr. Noch dazu hatte Victor weder für die Reinigung noch eine Neuanschaffung kein Geld. Besonders nicht nach diesem Abend. Vom Gedanken ab dem kommenden Morgen in Anerkennung und Wohlstand leben zu können musste er sich wohl oder übel verabschieden. Und auch von der Möglichkeit, den Schneider Heckmeck ein Schnippchen zu schlagen und den Brokat am nächsten Morgen wieder abzugeben: Jerry hatte den Kampf um die Reste des Sauerkrauttopfs zwar verloren, ging aber als Sieger aus der Schlacht um die Soße hervor, die sich über das Revers seiner Jacke ergossen hatte.
Victor seufzte. Noch vor wenigen Stunden war alles so gut gewesen, dachte er. Andererseits schienen besonders der Magistrat und der Miederfabrikant die Sache eher als großen Spaß zu verstehen.
Wer hätte das gedacht, schoss es Victor zur Erleichterung durch den Kopf. Der stocksteife und ((adjektiv müde und langweilig)) Magistrat schien über beide Backen zu strahlen und sich des Chaos zu erfreuen. Wahrscheinlich war das auch ein Grund, warum von den Dienern noch niemand eingeschritten war. Genauso gut konnte aber natürlich sein, dass sie es nicht wagen würden, sich gegen ihren Dienstherren, der sie in Lohn und Brot stellte, aufzubegehren. So etwas wäre im Hause Knorrhahn sicher nicht nur unerhört sondern würde neben der sofortigen Entlassung eine Gefängnisstrafe wegen Ungehorsams nach sich ziehen. Er hatte schon von Magistraten gehört, die Untergebene wegen niederer Vergehen an den Pranger gestellt und haben hinrichten lassen. Und das würde selbst der hochnäsigste unter ihnen nicht riskieren wollen.
Victor stellte fest, dass sich seine Meinung über den Magistrat schon stark gewandelt hatte und er nun dazu tendierte dem Mann alles zuzutrauen – so gehässig und grausam die Maßnahme auch sein würde.
Mit einem Mal war eine einträchtige Ruhe im Raum eingekehrt.
Mit zerzausten Haaren und derangierter Kleidung hatten alle Kämpfenden wieder zu ihren Plätzen am Tisch zurück gefunden. Der Schatz, das Essen war unter ihnen aufgeteilt und nun waren alle damit beschäftigt, ihre Beute zu vertilgen. Das ging aber selbstverständlich nicht ohne die anderen am Tisch aus dem Augenwinkel zu beobachten, ob nicht vielleicht doch noch ein Versuch unternommen würde, den eigenen Teller noch etwas voller zu laden. Es wurde zu einem arglistigen Spiel um Finten und Stibitzerei.
Zur eigenen Überraschung stellte Victor fest, dass die Gäste noch nicht alle Gepflogenheiten der Zivilisation von sich geworfen hatten. Es wurde zwar weiterhin kräftig geknurrt und geraunt, doch benutzten alle – Jerry eingeschlossen – nun wieder ihr Besteck.
Es ging sogar so weit, dass sich der Magistrat und seine Gattin an die geflüchteten Gäste wandten und sie einluden wieder am Tisch Platz zu nehmen. Vor allem Roswitha legte sich in Zeug mit den Beteuerungen, dass es alles gar nicht so ernst sei und viel eher doch ein großer Spaß. Sie beschwor ihre Gäste, es doch selbst einmal versuchen sollten, sich in ähnlicher Weise über die eigene Hoffärtigkeit hinwegzusetzen. Freilich sprach sie dabei wesentlich diplomatischer und kunstvoller als es Victor jemals hätte selbst sagen können. Die Nachricht kam aber an und die ersten Gäste trauten sich wieder zum Tisch zurück.
Auch Victor stellte seinen Stuhl wieder auf, ließ sich nieder und betrachtete die Unordnung, die auf dem Tischtuch herrschte.
Da auch die Dienerschaft von den Beteuerungen der Gastgeber mitbekommen hatte, war sie wieder zur Stelle und half zu retten, was noch zu retten war. Die vormals feierlich gedeckte Tafel würden sie aber nicht wieder herstellen können – nicht ohne vorher alle Gäste mitsamt des Hausherren aus dem Raum zu entfernen.
Von den zunächst üppig wirkenden Speisen waren nur noch Reste für diejenigen übrig, die sich nicht am Kampf beteiligt hatten. Und so kratze Victor mit einer verbogenen Gabel das zusammen, was sie ihm übrig gelassen hatten. Es war nicht viel. aber trotzdem ließ er es sich schmecken.
Es dauerte auch nicht mehr lange, da tauchten weitere Diener auf und brachten Wein herein. Dem Magistrat dauerte es offensichtlich alles zu lange. Er ließ sich sofort die Flasche aushändigen. Goss sich selbst ein Glas voll und leerte es wieder, ohne mit der Wimper zu zucken. Erst als seine Frau ihn anstieß nahm er die Flasche wieder auf und goss auch ihr Glas wieder voll.
„Egon“, sagte sie als er die Flasche abermals abgestellt hatte mit einer Kälte in der Stimme, die nur Frauen projizieren konnten, die schon über viele Jahre Ehemänner erzogen hatten.
Den eigenen Mann hatte sie offensichtlich gut dressiert – auch wenn er den Hinweis nur seufzend zur Kenntnis nahm.
Der Magistrat drehte sich zu seinem Diener um, ließ ihn mit einem Fingerzeig vortreten und gab Anweisung, dass von nun an jedem Gast gleich eine ganze Flasche Wein vorzusetzen sei.
Eine der Damen, gerade hatte sie noch ängstlich in der Ecke gestanden und versucht sich möglichst weit von der Raserei am Tisch entfernt zu halten, merkte an, dass ihr eine Flasche zu viel sei. „Ich weiß Eure Großzügigkeit zu schätzen“, log sie. „Aber ich mache mir eigentlich nichts aus Alkohol. Ich würde vielleicht einen Saft vorziehen.“
Der Magistrat funkelte sie über den Tisch hinweg an und Victor war sich sicher, wenn es in diesem Raum ein Wesen gab, vor dem sich nun die Gäste in Acht nehmen mussten, dann war das mit Sicherheit nicht Jerry.
„Saft. Können Sie haben. Aber nur, wenn er vergoren ist. Hier wird getrunken, was auf den Tisch kommt“, bestimmte der Magistrat und hatte die Dame damit so sehr eingeschüchtert, dass sie sofort einen Schluckauf bekam und für den Rest des Abends jede halbe Minute zwei Mal hickste.
„Wein“, sagte er zum Diener und schob sich eine große Gabel mit in Soße und Sauerkraut getränktes Lamm in den Mund. „Alles was der Keller hergibt.“
Selbst für Victor, der die Entwicklung von Jerrys Essgewohnheiten von Anfang an hatte mitverfolgen müssen, war es ein schwer auszuhaltender Anblick, wenn der Magistrat mit vollem Munde sprach. Speichel, Soße, Bröcken und Krümel flogen nur so durch die Luft, wenn der Magistrat sprach.
„Und richten Sie dem Koch einen schönen Gruß aus. Wir brauchen mehr von dem Sauerkraut.“
„Choucroute“, korrigierte der Diener und erntete dafür ein von strafenden Blicken begleitetes Raunen.
„Das ist Sauerkraut. Ihr könnt es Schokrut nennen, wenn es wirklich aus Frankreich ist – aber ich weiß wo die Fässer stehen, in die sie erst vor ein paar Wochen den Kohl gestampft haben.“
Der Diener, zur Sicherheit war er schon einen Schritt zurück gesprungen, verbeugte sich hastig und war dabei sich zu entfernen.
„Und den nächsten Gang nicht vergessen“, bellte der Miederwarenfabrikant lachend hinterher.
Der Magistrat hob dazu zwar erst noch eine abwägende Augenbraue, stimmte dann aber in Gelächter und Anweisung ein.
„Der nächste Gang soll rein! Wein soll her und … Sauerkraut.“
„Aber Herr.“ Der Diener traute sich einiges, stellte Victor fest. „Als nächsten Gang reichen wir Asperge aus der Gironde.“
„Er soll soviel Sauerkraut heranschaffen, wie er nur finden kann. Mir ist egal woher, es soll reingebracht werden. Und wenn er sich streubt, sagen sie ihm, es ginge um Leben und Tod.“
Victor wusste, dass der Magistrat es mit Sicherheit gar nicht so ernst hatte meinen können – die Sache mit dem Tod. Was der Gastgeber allerdings wahrscheinlich nicht wusste, ist dass eine nicht unerhebliche Gefahr bestand, dass Jerry dies anders sah und den vergnüglich wirkenden Kampf ums Essen vielleicht wirklich schon als genau das begriffen hatte – den Kampf ums Überleben. Wenn sich nun also das Chaos beim nächsten Gang wiederholte, kalkulierte Victor, wäre der Verlust menschlichen Leben nicht auszuschließen. Er fragte sich, ob es nicht vielleicht besser sei, den Abend abzubrechen, Jerry heimzuführen und die Niederlage zu akzeptieren.
„Auf keinen Fall“, sagte Victor und erschrak darüber, den Satz laut ausgesprochen zu haben. Sofort wurden wieder Blicke auf ihn gerichtet und er, der sonst Aufmerksamkeit und Publikum genoss, fühlte ein großes Unbehagen. Besonders der bohrende Blick des Magistrats veranlasste Victor zu einer stammelnden Erklärung: „Ich meinte ‚auf gar keinen Fall will ich den nächsten Gang verpassen‘.“
„So ist’s recht“, beschied der Magistrat und ließ ein strahlendes Grinsen in seinem Gesicht erscheinen.
Das freundlich ermunternde Zunicken von Roswitha gab Victor einen weiteren Grund, sich wieder etwas zu entspannen. Um ihre Gunst ging es. Nicht nur heute Abend, schon immer. Wenn der Magistrat etwas für Victor und Jerrys Situation tun sollte, dann würde es nur geschehen, wenn Roswitha ihren Mann dazu veranlasste. Mit einem Mal sah der Verlauf des Abends schon gar nicht mehr so negativ aus, wie Victor es noch vor ein paar Minuten empfunden hatte. Es war ein Wechselbad der Gefühle, dachte er und stellte sich darauf ein, dass mit jeder Minute die Wahrscheinlichkeit stieg, dass sich alles wieder ändern und wenden könnte.
