State of the Art 2025

Weihnachten ist vorbei, Silvester steht vor der Tür und zwischen Food Coma und Verdauungsspaziergang geht jegliches Zeitgefühl verloren. Ein Zeichen unbedingter und absoluter Entspannung könnte man meinen. Vielleicht auch ein Indiz dafür, dass wir „zwischen den Jahren“ (ich mag diesen Ausdruck eigentlich nicht besonders) Abstand vom Alltag finden und uns einem Halb-Delirium aus Sorgenfreiheit, Völlerei und Müßiggang hingeben können.

Für 2025 ist damit die Messe gelesen. Der Drops ist gelutscht und die Tage sind gezählt. Die wichtigsten Medien und alle, die sich für wichtig genug halten, haben ihren Jahresrückblick veröffentlicht und Bestenlisten geschrieben. Alles wurde nochmals durch die Mangel gedreht und in ein kollektives Aufatmen und Abarbeiten verwurstet, um Empörung, Erleichterung, Freude, Trauer und Bestürzung zu generieren. Negative Nachrichten verkaufen sich auch immernoch sehr gut, selbst wenn sie aufgewärmt sind.

Somit ist also 2025 endlich am Ende. Endlich ist es vorbei und die Welt atmet auf und sehnt sich nach diesem Tag, dem Neujahr, dem Beginn eines neuen Jahres, in das sie alle mit Hoffnung und Begeisterung und guten Vorsätzen starten, die spätestens dann verworfen werden, wenn der Gang ins Fitnesstudio nun doch nicht mehr den Charme der neuen und aufregenden Gewohnheit hat. Es ist halt auch lästiger, als sich vom Sofa aus durch den immergleichen Netflix-Katalog zu flitschen. Kleiner Spoiler: Der meiste Kram da ist immernoch genauso scheiße und langweilig, wie er es noch vor dem Jahreswechsel war…

So, anyways, warum arbeite ich mich in meinem Stream-of-Consciousness an diesen jährlichen Wiedeholungen und Ritualen überhaupt ab?

Tja, es ist eigentlich ganz offensichtlich: Ich werde mich nun auch im Ab- und Aufarbeiten des nun (fast) vergangenen Jahres üben.

Hier ist mein „State of the Art 2025“

Das Jahr 2025 war für mich zu Beginn von zwei großen Themen dominiert. Ein neuer Job und eine intensive Karnevalssession.

Meinen neuen Job hatte ich schon im November 2024 angetreten, nachdem ich nach über zehn Jahren bei der alten Firma gekündigt hatte. Den Wechsel hatte ich bewusst im Frühsommer 2024 eingeleitet, da ich mit verschiedenen Entwicklungen in meinem Job und dem Unternehmen nicht einverstanden war und mich auch selbst weiterentwicklen wollte. Unter anderem auch als Autor und Schriftsteller.

In der Tat hatte ich das große Glück einen Job als Product Owner der neuen Firma antreten zu dürfen. Nach einem kurzen und sehr unkomplizierten Bewerbungsverfahren machte ich mich also im November und Dezember 2024 mit den Grundzügen der Immobilienbewetung vertraut, um dann im Januar 2025 als Product Owner komplett durchzustarten.

Parallel dazu, wie jedes Jahr, habe ich mich weiter im Karneval engagiert und als Gardekommandant und Sitzungspräsident die Feierlichkeiten in meinem Ort mitgestaltet.

Der Anfang des Jahres war also durchaus intensiv – dennoch habe ich versucht, mich parallel mit meinen Geschichten zu beschäftigen.

Schon seit mehreren Jahren, eigentlich schon seit der ersten Entwurfsfassung von „Otto der Cowboy“ versuche ich das Buch in einen veröffentlichbaren Zustand zu bekommen. Im Jahr 2024 habe ich einige Teile umgeschrieben und geändert und versucht eine bessere und konsistentere Story daraus zu machen. Ein gutes Ende, einen Abschluss für die Story hatte ich aber in den ersten Monaten von 2025 noch nicht gefunden. Ich war und bin immer noch sehr unzufrieden mit dem Zustand, mir fehlt aber auch noch jegliche Idee, wie ich das alles fertig bekommen solle. Ich entschied also, die Ergebnisse meiner Änderungen zu überarbeiten und den ganzen Roman nochmals zu lesen, Notizen und durchzuarbeiten, um dann vielleicht im Prozess eine Idee oder Möglichkeit für das Ende zu finden.

Die Motivation mich mit „Otto“ zu beschäftigen, hat leider nicht sehr lang gehalten. Überarbeiten und Anpassen fällt mir nicht so leicht, wie das eigentliche Schreiben. Aber vor allem auch die Zweifel an der Story, die Unsicherheit und alles drum herum haben mich dann doch von der Arbeit an „Otto“ abgehalten.

Und ja, auch mein Job und der Karneval haben ihren Tribut gefordert und Zeit gefressen. Aber das ist okay – schließlich ist meine Schreiberei bis hierhin ja auch nur ein Hobby. Und eine Deadline gab oder gibt es für eine Veröffentlichung eigentlich auch nicht.

Ich habe in der Zwischenzeit, auch wenn ich nicht an Otto gearbeitet habe, mich trotzdem noch mit der Schriftstellerei und dem Text-Produzieren beschäftigt. Es ist immer irgendwie, irgendwo, irgendwas entstanden.

Ich habe es mir zwischenzeitlich seit Anfang des Jahres auch zur Gewohnheit gemacht, ein kleines Notizbuch (Field Notes) und einen kleinen Füller mit mir herumzutragen, damit ich überall und jeder Zeit etwas schreiben und festhalten konnte. Das hat weitgehend gut funktioniert, nicht nur, weil ich mich so als „echter“ Schriftsteller fühlen konnte, sondern weil es auch dazu geführt hat, dass ich mehr Ideen und Ansätze und Fragmente – und sogar Gedichte – geschrieben habe.

Im Mai habe ich dann die Entscheidung getroffen, „Otto“ für einige Zeit auf Eis zu legen und mich mit einer anderen Story zu beschäftigen. Ich fand es schon immer motivierender und einfacher, wenn ich mich mit neuen Geschichten beschäftigen kann, als an den „alten“ weiter herumzuschrauben – ein wohl altbekanntes und weitverbreitetes Phänomen unter (Wannabe-)Autoren. Es hat dann noch einige Zeit gedauert, bis ich vollends entschieden habe, „Otto“ nicht so bald wie möglich zu veröffentlichen. Die endgültige Entscheidung ist zwar erst im Herbst gefallen, war keine leichte. Es hat einige Zeit gedauert und es tut mir auch leid, dass ich einer neuen Story Vorrang gewäht habe. Das alles bedeutet aber auch nicht, dass ich „Otto“ vollends verwerfen und vernichten werde. Ganz im Gegenteil. „Otto“ braucht weiterhin Arbeit – oder kann vorerst einfach als Zeugnis meiner ersten schriftstellerischen Versuche bestehen bleiben.

Im Juni habe ich dann, noch bevor die Entscheidung zur Nicht-Veröffentlichung von „Otto“ getroffen war, mit einer neuen Story begonnen. Zum Teil war dies auch aus dem Gedanken geboren, dass ich ja bis Weihnachten wieder eine „Entwurfsfassung“ fertig haben wollte. Zum anderen wollte ich wieder die Motivation und den Spaß spüren, den mir ein neues Projekt bereitet – und was war es für ein Spaß.

Für „Klub 27“ habe ich mich bewusst auch mit den Möglichkeiten der KI beschäftigt. Ich war und bin immernoch absolut dagegen, seelenlose von einer künstlichgen Intelligenz geschaffene „Literatur“ zu produzieren oder zu konsumieren. Andererseits gibt es aber Tätigkeiten und Aufgaben im Schaffensprozess, bei denen eine KI (vielleicht gute) Dienste leisten kann.

So war es bei mir zum Beispiel das Erstellen einer ersten Outline auf Basis meiner Grundidee, das Erstellen eines „Schreib-Kalenders“ oder sogar die Programmierung eines „Schreibtrackers“. Alles mit dem Ziel mir die Arbeit an der Story so einfach wie möglich zu machen, damit ich auch ja frühzeitig mit der Arbeit an der Entwurfsfassung fertig bin und nicht, wie in den Jahren zuvor, meine Bestellung bei der Druckerei auf den letzten Drücker absende. Alles in der Hoffnung, dass die Entwurfsfassung noch pünktlich zum Weihnachtsfest fertig sei.

Mein ursprünglicher Plan sah vor, dass ich bis 30. September in etwa fertig sein wollte. Zudem wollte ich die letzten Wochen vor Weihnachten mit einer ersten Überarbeitungsphase abschließen. Nach der anfänglichen Motivation und den ersten Erfolgen, stellte sich dann auch die Erkenntnis ein, dass die Planung nicht genauso aufgehen würde wie geplant. Trotzdem hatte ich über den Sommer hinweg mit „Klub 27“ ein neues Projekt, ein Ziel und die Motivation regelmäßig zu schreiben.

Grundsätzlich, retrospektiv, hat es auch ganz gut geklappt – auch wenn es Pausenphasen und Rückschläge in meinem Schaffensprozess gab.

Zum 30. September hatte ich etwa 54.000 Wörter geschrieben und war damit nur knapp über der Hälfte des ursprünglich geplanten Umfangs.

Kein Grund zur Panik – ich hatte ja noch Puffer. Aber die Mitte einer Story ist immer der schwerste Teil, wie ich finde.

Dann kam der Oktober und ich war wieder etwas produktiver, denn die Zeit wurde ja langsam etwas knapp.

Als Back-up hatte ich dann schon angefangen, eine neue Kurzgeschichte zu schreiben. Selbst wenn „Klub 27“ nicht in der Entwurfsfassung fertig würde, so könnte ich vielleicht wenigstens diese Story bis Weihnachten beenden.

Zu Ende des Oktober wurde ich dann leider aus meinem Job entlassen und für den Rest des Jahres wurde ich freigestellt.

Die Veränderung und den Wechsel zu verarbeiten hat etwas Zeit gebraucht. Für die Arbeit am „Klub 27“ war es aber fast schon eine glückliche Fügung, denn nun konnte ich mich auf das Schreiben konzentrieren und mal ausprobieren, wie es sich anfühlte, als Vollzeit-Schriftsteller zu arbeiten. Trotzdem hat es noch ein paar Wochen gedauert, bis ich mich die nahende Weihnachts-Dealine dazu gebracht hat intensiv an der Story zu arbeiten. Am Ende wurde wieder alles knapp. Allein im November und Dezember habe ich 44.000 Worte geschrieben – fast so viel wie in den fünf Monaten zuvor. Meine selbst gesetzten Deadlines kamen immer näher und verstrichen, bis ich nur knapp zehn Tage vor Weihnachten die Druckdaten für die „Klub 27“-Entwurfsfassung fertig hatte. Eine gute Woche später, pünktlich zu Weihnachten konnte ich die Bücher in den Händen halten.

Die Kurzgeschichte „Der Mann, der auf drei Saxophonen gleichzeitig spielte“ (Arbeitstitel, versteht sich), basiert auf einer Erzählung von Christopher Guest im Podcast von Marc Maron. Chris erzählt dort, wie er als Zwanzigjähriger im Village Vanguard arbeitete und dort auf Bill Evas, Nina Simone und Rahsaan Roland Kirk traf. Meine Version der Story ist zwar noch nicht fertig – ich könnte es aber sicher bis zum Jahreswechsel schaffen den Entwurf abzuschließen.

Parallel zu den Arbeiten an meinen Entwürfen muss ich mich natürlich mit Bewerbungen und der Suche nach einem neuen Job beschäftigen. Und da dies nicht meine gesamte Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, kann und darf ich parallel weiter als Vollzeit-Autor arbeiten… weshalb ich nun auch diesen Jahresrückblick hier schreibe und veröffentliche und auch wieder aktiver auf Social Media geworden bin.

Es wäre fatal, wenn ich diese Chance der freien Zeit und Motivation einfach verfallen lassen würde und mich nicht mit der Schriftstellerei beschäftigen würde. Wenn ich jetzt nicht konkret und intensiv daran arbeite, Bücher fertig und zum Verkauf zustellen, werde ich wohl auf absehbare, mittelfristige Zeit diese Chance und Gelegenheit nicht wieder bekommen.

Und deshalb kann ich nun, zum Abschluss von 2025 und zu Beginn des Jahres 2026 verkünden: Ich werde im Jahr 2026 mindestens ein Buch veröffentlichen.

Bleibt also gespannt, folgt mir auf Social Media und abonniert meinen Newsletter, damit ihr keine Ankündigung und keinen Fortschrittsbericht verpasst.

Tschüss, 2025!

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