State of the Art – KW 01/26

Tja, da ist die erste Woche des neuen Jahres schon (fast) wieder rum. Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht und wie nach den Feiertagen schon alles weiterzurennen scheint.

Ich habe beschlossen, meine Blogging-Tätigkeiten wieder aufzunehmen und regelmäßiger über meine Geschichten und mein Leben zu schreiben – obwohl ich ja eigentlich „Neujahrsvorsätze“ gar nicht so toll finde. Und trotzdem, Jahr für Jahr, nehme ich mir wieder zum Neujahr etwas vor und freue mich auf die neuen Routinen und das Gefühl des Neuanfangs. Wobei so ein Neuanfang und das (Re-)Evaluieren der eigenen Ziele und Routinen auch an jedem anderen Tag im Jahr stattfinden könnte.

Ich will hier gar nicht zu philosophisch werden lassen oder mich in der Diskussion darüber ergehen, wie man Ziele setzen und messen sollte und wie das mit dem Anpassen der eigenen Erwartungen und Vorhaben ist, wenn man später merkt, dass man sich doch nicht an die eigenen Vorsätze gehalten hat. Das werde ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mal beschreiben…

Denn…

Es geht um den „Stand der Kunst“ und was sich gerade hinter den Kulissen meiner schriftstellerischen Tätigkeit so abspielt.

Nachdem das letzte Jahr in einem Schreibrausch endete, damit ich mein neuestes Entwurfsfassungs-Projekt „Klub 27“ abschließen konnte, waren die letzten zwei Wochen mit viel Arbeit drum herum gefüllt – ach ja, und mit Feiertagen und Food Coma und so.

Trotzdem und währenddessen habe ich aber weiter an meinen Geschichten gearbeitet. Hier ein kleiner Überblick.

Der Mann der drei Saxophone gleichzeitig spielte

Meine neueste Kurzgeschichte habe ich letzte Woche beenden können. Der Entwurf steht und muss nun überarbeitet werden, bevor ich sie veröffentlichen kann. Und das leider umfassend. Sollte ich die Geschichte, die auf einer knappen Erzählung in einem Podcast-Interview beruht, in dieser Form veröffentlichen, könnte ich Persönlichkeitsrechte der Person verletzen, der die Geschichte wirklich passiert ist. So ist das, wenn man sich von den Erzählungen anderer Menschen inspirieren lässt – da kann es sein, dass man sich auf rechtlich dünnem Eis bewegt. Aber – und das ist das Schöne am Geschichtenerzählen – ich kann sie dadurch auch wieder zu einer ganz eigenen werden lassen. Trotzdem und genau deshalb ist es aber auch so schwierig.

Wenn die Fiktion sich als Wahrheit präsentiert und sich zur biografischen Beschreibung der Person und der Geschehnisse aufzuschwingt, könnte dies die Privatsphäre der betroffenen Person beeinträchtigen. Das sollte ich besser vermeiden. Andererseits habe ich mich ja „nur“ von der Erzählung inspirieren lassen und als „kleine Schreibübung“ versucht sie nachzuerzählen. Trotzdem muss ich die verschiedenen (biografische) Bezugspunkte zu der real existierenden Person reduzieren. Es muss offensichtlicher werden, dass es sich um Fiktion handelt und es keinerlei Anspruch auf einen Wahrheitsgehalt in der Geschichte gibt.

Es ist und bleibt dennoch ein schmaler Grad, denn einige Punkte, kann und will ich gar nicht ändern. Die Story würde sich sonst zu sehr von der kleinen kuriosen und vielleicht merkwürdigen Erzählung entfernen, die ich auf meine Art erzählen wollte.

Eine Herausforderung wird es mit Sicherheit – damit aber auch wieder eine Gelegenheit an und mit meinem eigenen Schreibprozess zu lernen.

Vic & Jerry: Die Weinprobe

Mit meiner Entwurfsfassung aus dem Jahr 2024 geht es weiter. Nachdem ich Otto nun wieder auf das Abstell- und Wartegleis verlagert habe, habe ich nun wieder Raum und Kapazität mich dem nächsten Projektschritt zu stellen: Der Überarbeitung und Veröffentlichung.

Und damit stehe ich vor allerlei neuen und weiteren Herausforderungen. Denn, so sehr mit das Schreiben und Entwerfen von Stories gefällt, so sehr graut mir vor der Überarbeitung. Aber, wenn mir schon vor der Überarbeitung graut, wie soll ich dann sonst die Geschichte für eine Veröffentlichung fertigbekommen? Denn – das kann ich nun nach einigen Lese- und Überarbeitungssessions mit der Geschichte schon bestätigen – sie ist definitiv noch nicht so weit, veröffentlicht zu werden.

In einem kühnen Anflug hatte ich die Story im Sommer einem Bekannten zu lesen gegeben. Sein Feedback lautete: „Ja, man merkt, dass es noch ein Entwurf ist.“ Es war zunächst eher hart für mich. Dann konnte ich aber mit einem Schulterzucken antworten: „Es soll ja auch erstmal nur ein Entwurf sein.“

Das ist nun schon fast ein halbes Jahr her – und jetzt habe ich aber auch verstanden, was die Person meinte: Die Geschichte ist noch nicht rund. Da fehlt noch einiges.

Selbst mein Bruder hatte in den letzten Tagen angemerkt, dass er bestimmte Punkte und Teile der Handlung nicht ganz verstand. Nachdem ich nun gut die Hälfte gelesen und mit Notizen gemacht habe, weiß ich nun, was er meinte.
Es passt doch noch nicht alles so gut, wie ich es in Erinnerung hatte.

Nun denn, sei’s drum. Gehört ja schließlich auch zu meinem Job, diesen kniffligen Knoten mithilfe der Überarbeitungen zu lösen und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Die Geschichte soll Spaß machen und Sinn ergeben. Sie soll unterhalten und auch zum Denken anregen. Gerade wirkt sie aber auch auf mich eher zerfasert und fast schon schwer zu fassen.

Ich werde mich davon nicht entmutigen lassen. Ich habe einen Plan und auch schon ein paar Idee, wie ich die Geschichte weiter schärfen kann, damit sie meiner ursprünglichen Vision wieder etwas näher kommt.

Nichtdestotrotz habe ich am Wochenende einen Illustrator mit dem Design eines Buchcovers beauftragt. Er hat auch direkt schon die ersten Entwürfe seiner Zeichnungen geschickt und Feedback von mir eingeholt.

Es zeigt sich also hier auch deutlich, dass ich auf eine Veröffentlichung der Geschichte als Buch mit großen Schritten zulaufe. Ich war nicht untätig in den letzten Tagen und habe mir einen Plan und eine Strategie zurechtgelegt und beginne die ToDos in meinem Backlog abzuarbeiten.

Nicht zuletzt nehme ich den Jahresbeginn, den mir gewährten Luxus und die Gelegenheit wahr, um mich direkt auch auf den weiteren Verlauf des Jahres zu planen. Ich werde mich in den nächsten zehn Tagen dazu entscheiden, wann ich Vic & Jerry veröffentlichen will. Es gibt noch einige Unbekannte und Variablen, die noch aufgelöst und geklärt werden müssen. Aber es ist ein schönes Projekt, um das Jahr zu beginnen.

Für die nächsten Tage und Wochen habe ich noch einiges auf der Platte. Vom Job, über den Karneval bis zum Schreiben an neuen und alten Projekten. Am Anfang des Jahres muss irgendwie immer alles gleichzeitig gehen. Davon will ich mich aber nicht entmutigen lassen. Das wird schon. Ich werde berichten.